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Der EEG-Assistent im Mitgliederportal: Fragen Sie Ihre eigenen Energiedaten
Christoph Fabianek 11 Min. Lesezeit
Der EEG-Assistent im Mitgliederportal ist eine KI, mit der Sie sich über Ihre eigenen Energiedaten unterhalten — betrieben auf einem eigenen Rechner in Bad Vöslau statt bei einem Cloud-Anbieter. Er rechnet aus, wie viel Strom aus der Gemeinschaft kam, wann Ihre Lastspitze war und was Sie das Netz 2027 kostet, und merkt sich auf Wunsch, was Sie ihm über Ihren Haushalt erzählen.
Im Mitgliederportal steht Ihnen der EEG-Assistent zur Seite: eine künstliche Intelligenz, mit der Sie sich in Alltagssprache über Ihre eigenen Energiedaten unterhalten können. Sie stellen Ihre Frage, er sucht die passenden Werte aus Ihren Messdaten, rechnet nach und antwortet in ganzen Sätzen — persönlich für Ihren Haushalt, und auf Nachfragen geht er ein.
Das Besondere: Die KI läuft nicht bei einem Cloud-Anbieter, sondern auf einem eigenen, sparsamen Rechner bei uns in Bad Vöslau — mit Strom aus unserer Energiegemeinschaft. Welche Technik dahintersteckt, zeigen wir im Beitrag über unsere eigene KI.
Besonders nützlich ist das beim Netzentgelt. Ab 2027 kommt dort eine neue Frage dazu: Wie viel Strom beziehen Sie gleichzeitig? Sobald Ihr Netzbereich auf den Leistungspreis umgestellt hat, zählt die höchste Viertelstunde im Monat (mehr dazu im Beitrag zur Lastspitze). Die Antwort steckt in Ihren Messdaten — aber wer liest schon gerne Tabellen mit Tausenden Viertelstundenwerten? Hier zeigen wir, was der Assistent kann — und wo seine Grenzen sind.
So öffnen Sie den EEG-Assistenten
- Melden Sie sich im Mitgliederportal an.
- Klicken Sie unten rechts auf den runden Knopf mit der Sprechblase (beim ersten Mal steht daneben der Hinweis „EEG-Assistent“). Es öffnet sich ein Fenster; mit dem Pfeil-Symbol oben rechts vergrößern Sie es.
- Zum Einstieg schlägt der Assistent Startfragen vor, etwa „Was empfehlen Sie mir?“ oder „Was kostet mich das Netz 2027?“. Sie können aber auch einfach selbst tippen. Mit „Neue Unterhaltung“ beginnen Sie von vorn.
Das Fenster des EEG-Assistenten mit den Startfragen.
Ein wenig Geduld brauchen Sie bei der ersten Antwort: Muss der Assistent die Messdaten der letzten Monate erst laden, kann sie bis zu einer Minute dauern. Danach geht es meist schneller.
Was Sie fragen können
Die Beispielantworten im Text zeigen, wie eine Antwort etwa aussieht. Die Bildschirmfotos stammen aus dem Konto unseres Obmanns Christoph Fabianek und zeigen — mit seinem Einverständnis — seine echten Werte. Ihre eigenen Zahlen sind andere.
Ihr Verbrauch — und die Gemeinschaft als Ganzes
Der Assistent kennt Ihre Zählpunkte (Bezug und gegebenenfalls Einspeisung). Aus den Viertelstundenwerten rechnet er Ihren Verbrauch für einen Tag, Monat oder beliebigen Zeitraum, vergleicht Monate und sagt, welche Daten wann vorliegen. Über die Gemeinschaft nennt er nur Gesamtwerte, niemals Werte anderer Mitglieder.
Sie: Wie viel Strom habe ich im Oktober verbraucht, und wie war es im September?
EEG-Assistent, zum Beispiel: Im Oktober 2026 haben Sie 182 kWh bezogen, im September 167 kWh — also 15 kWh (9 %) mehr.
Die Messwerte kommen mit einigen Tagen Verzögerung, und die Werte der letzten Wochen hat der Netzbetreiber noch nicht endgültig freigegeben. Für heute gibt es noch keine Werte.
Ihr Anteil aus der Energiegemeinschaft
Wie viel Ihres Strombezugs kam aus der Gemeinschaft? Diese Eigendeckung rechnet der Assistent für einen Monat oder einen ganzen Zeitraum aus.
Sie: Wie viel meines Stroms kam seit Mai aus der Gemeinschaft?
EEG-Assistent, zum Beispiel: Von Mai bis Oktober 2026 kamen rund 24 % Ihres Strombezugs aus der Energiegemeinschaft.
Ihre Lastspitze
Ab der Umstellung zählt beim Netzentgelt die höchste Viertelstunde im Monat (Leistungspreis); für den Teil über 10 kW gilt rund das 1,5-Fache. Diese Regelung gilt noch nicht. Vorgesehen ist die Umstellung mit 1. Dezember 2027; je Netzbereich kann der Zeitpunkt anders festgelegt werden, spätestens ab 1. Juli 2028 gilt der Leistungspreis für alle. Bis dahin zahlen Haushalte ohne Leistungsmessung ein Übergangsentgelt mit Pauschale.
Der Assistent nennt Ihnen je Monat Ihre höchste Viertelstundenleistung in kW, wann sie war und was sie nach dem Tarifentwurf kosten würde.
Sie: Wie hoch war meine Lastspitze im September?
EEG-Assistent, zum Beispiel: Ihre höchste Viertelstunde im September 2026 lag am 14. September um 18:15 Uhr bei 6,8 kW. Nach dem Tarifentwurf entspräche das einem Leistungspreis von rund 16,73 € für diesen Monat.
Dazu weist er darauf hin, dass der Preis aus dem Tarifentwurf stammt und bis zur Umstellung das Übergangsentgelt gilt.
So sieht eine Antwort zur Lastspitze im Portal aus.
Beratung: Wie senke ich meine Lastspitze?
Fragen Sie „Wie kann ich meine Lastspitze senken?“, schaut sich der Assistent Ihre Viertelstundenwerte an und fragt gezielt nach:
EEG-Assistent, zum Beispiel: An 12 Tagen stieg Ihr Bezug für rund 3 Stunden um etwa 11 kW, meist ab 18 Uhr. Laden Sie da ein Elektroauto?
Danach rechnet er mögliche Maßnahmen mit Ihren echten Daten durch: zum Beispiel langsamer laden (7,4 oder 3,7 kW statt 11 kW), später laden (ab 22 Uhr) oder einen Energiemanager, der den Bezug begrenzt. Zu jeder Maßnahme sagt er, wie stark Ihre Spitze gesunken wäre und wie viel Leistungspreis Sie damit im Jahr nach dem Tarifentwurf gespart hätten. Auch Was-wäre-wenn-Fragen funktionieren:
Sie: Was wäre, wenn ich mit 3,7 kW lade?
EEG-Assistent, zum Beispiel: Mit 3,7 kW statt 11 kW wäre Ihre höchste Monatsspitze von 11,4 kW auf 4,1 kW gesunken. Ersparnis beim Leistungspreis: rund 236 € pro Jahr (laut Tarifentwurf 2027). Eine Ladung dauert dann etwa 9 Stunden.
Einzelne Geräte sieht er dabei nicht, nur den Bezug am Zähler; was Ihre PV-Anlage oder Ihr Speicher selbst decken, ist darin schon abgezogen. Eine Spitze im Moment verhindern kann nur ein Energiemanager im Haus.
Was kostet mich das Netz 2027?
Auf diese Frage rechnet der Assistent Ihren Verbrauch der vorhandenen vollständigen Monate dreimal: nach dem Tarif 2026, für 2027 vor der Umstellung (Übergangsentgelt) und für 2027 nach der Umstellung (Leistungspreis und Arbeitspreis). Dabei berücksichtigt er die günstigeren Zeitfenster für den Arbeitspreis: im Sommer (April bis September) von 10 bis 16 Uhr, im Winter (Oktober bis März) von 23 bis 5 Uhr — das Winterfenster gilt erst ab Oktober 2027.
Für Strom aus der Gemeinschaft rechnet er den ermäßigten Arbeitspreis ein: nach dem Tarifentwurf 22 % weniger für regionale Gemeinschaften wie unsere (mehr dazu im Beitrag zu den Netzentgelten 2027). In den günstigeren Zeitfenstern gilt der jeweils günstigere Preis — für Strom aus der Gemeinschaft also der ermäßigte. Wichtig: Strom aus der Gemeinschaft senkt den Leistungspreis nicht, ermäßigt wird nur der Arbeitspreis.
Sie: Was kostet mich das Netz 2027?
EEG-Assistent, zum Beispiel: Für Juni bis Oktober 2026 (5 vollständige Monate): Tarif 2026 rund 50 €, 2027 ohne Umstellung rund 49 €, 2027 mit Umstellung rund 62 €. Die Umstellung bedeutet für Sie rund 12 € mehr.
Die Beträge sind netto ohne Umsatzsteuer, ohne Netzverlustentgelt und Abgaben. Damit der Vergleich fair ist, enthält der Wert für 2026 das Messentgelt (höchstens 2,40 € im Monat); ab 2027 gibt es kein eigenes Messentgelt mehr, es ist im Netzentgelt enthalten.
Der Netzkostenvergleich im Portal: dreimal derselbe Verbrauch, nach drei Tarifen gerechnet.
Allgemeine Fragen zur Gemeinschaft
Fragen zu Regeln, Netzentgelten, Begriffen, zur Abrechnung oder zur Teilnahme beantwortet der Assistent aus den Beiträgen dieser Website und nennt den Beitrag mit Datum als Quelle.
Sie: Was ist der Unterschied zwischen Leistungspreis und Arbeitspreis?
EEG-Assistent, zum Beispiel: Der Arbeitspreis richtet sich danach, wie viel Strom Sie insgesamt beziehen (je kWh), der Leistungspreis nach Ihrer höchsten Viertelstunde im Monat (je kW). Quelle: „Ab 2027 zählt die Lastspitze“ vom 10. Oktober 2026.
„Meine Angaben“ und „Empfehlungen“
Zwei Bereiche im Portal hängen eng mit dem Assistenten zusammen: „Meine Angaben“ im Profil und „Empfehlungen“, ein eigener Punkt im Hauptmenü.
Meine Angaben: Was sich der Assistent merkt
Erzählen Sie dem Assistenten im Gespräch etwas über Ihren Haushalt, speichert er das auf Wunsch — damit er nicht jedes Mal neu fragen muss. Das kann zum Beispiel sein: ob Sie ein Elektroauto haben und mit welcher Leistung Sie laden, eine Wärmepumpe, eine PV-Anlage, einen Speicher, große Geräte, einen Elektroboiler oder Geräte mit Startzeitvorwahl, Ihre vereinbarte Leistung und ob Sie zur Miete oder im Eigentum wohnen. Was er gespeichert hat, sagt er Ihnen wörtlich:
EEG-Assistent, zum Beispiel: Gespeichert: Elektroauto: ja, Ladeleistung 11 kW, Ladebeginn 18:00 Uhr.
Unter Profil › „Meine Angaben“ können Sie alles ansehen, ändern, ergänzen und einzeln oder alle auf einmal löschen. Bei jeder Angabe steht, wann und wo sie gemacht wurde. Im Gespräch genügt: „Löschen Sie meine Angaben.“
„Meine Angaben“ im Profil: Jede Angabe lässt sich ändern oder löschen.
Empfehlungen: Was zu Ihrem Haushalt passt
Im Menüpunkt „Empfehlungen“ stehen Vorschläge, die zu Ihrem Haushalt passen. Sie beruhen auf Ihren Viertelstundenwerten, Ihren Angaben und nachvollziehbaren Beratungsregeln; jede Karte nennt, worauf sie sich stützt — Messdaten, Angaben, Tarif oder eine Beratungsregel mit Quelle. Karten sind zum Beispiel „Monatsspitzen über 10 kW senken“, „Ladebeginn verschieben“, „Große Verbraucher nicht gleichzeitig betreiben“, „Eigenverbrauch in die Mittagsstunden legen“ oder „Kostenwirkung der Umstellung auf den Leistungspreis“.
- Mit „Passt für mich“ und „Passt nicht“ geben Sie Rückmeldung. Abgelehnte Karten rücken nach unten und lassen sich zurücknehmen; der Assistent schlägt sie nicht erneut vor.
- „Für mich erklären“ öffnet den Assistenten, der Ihnen die Karte mit Ihren eigenen Zahlen erklärt.
- Ganz oben sehen Sie einen Überblick: Ihren Strombezug pro Jahr (gemessen oder hochgerechnet), Ihre höchste Lastspitze, Ihren Anteil aus der Energiegemeinschaft und die Zahl Ihrer Angaben.
„Empfehlungen“ im Hauptmenü: Überblick und die erste Karte.
Was der Assistent nicht kann
- Keine Werte für heute und keine Werte anderer Mitglieder.
- Keine einzelnen Geräte: Er sieht nur den Bezug am Zähler und verhindert keine Spitze im Moment.
- Keine verbindlichen Preise. Alle Euro-Beträge zur Lastspitze und zu den Netzkosten 2027 beruhen auf dem Entwurf der Netztarife 2027 und können sich noch ändern.
- Keine Abrechnung. Unter dem Eingabefeld steht: „Antworten erzeugt eine KI, sie können Fehler enthalten. Maßgeblich sind Ihre Abrechnungen.“ Kommt Ihnen eine Antwort seltsam vor, prüfen Sie sie im Portal nach.
Damit er sich nicht verrechnet, rechnet der Assistent nicht „im Kopf“: Zahlen nennt er nur aus Ihren Daten und aus den Berechnungen dahinter.
Datenschutz
- Nur Ihre eigenen Zählpunkte. Die Anmeldung kommt aus dem Mitgliederportal. Ihre Messdaten liest der Assistent über eine Lesevollmacht aus der Abrechnung der EEG.
- Gespräche werden nicht gespeichert — weder im Portal noch beim Assistenten. Nur wenn Sie beim Feedback ausdrücklich „Verlauf dieser Unterhaltung anhängen“ wählen, erreicht uns das Gespräch.
- Gespeichert wird nur, was Sie selbst angeben: Ihre Haushaltsangaben und Ihre Rückmeldungen zu Empfehlungen. Beides können Sie jederzeit löschen.
- Nur gezählt: Für die Weiterentwicklung zählen wir, wie oft der Assistent genutzt wird — ohne Namen, Mitgliedsnummern oder Inhalte.
- Kein Cloud-Anbieter: Das Sprachmodell läuft auf einem eigenen Rechner, nicht bei einem Cloud-Anbieter.
Häufige Fragen
Warum gibt es für heute noch keine Werte? Die Viertelstundenwerte kommen mit einigen Tagen Verzögerung vom Netzbetreiber; die Werte der letzten Wochen sind noch vorläufig.
Warum steht überall „Tarifentwurf“? Die Preise ab 2027 legt die E-Control in einer Tarifverordnung fest, die derzeit erst als Entwurf vorliegt. Alle Euro-Beträge zur Lastspitze und zu den Netzkosten 2027 können sich also noch ändern.
Senkt mein Strom aus der Gemeinschaft die Lastspitze? Nein, bei regionalen Gemeinschaften wie unseren nicht. Ermäßigt wird nur der Arbeitspreis. Anders ist es mit einer eigenen PV-Anlage: Was sie gerade erzeugt und Sie direkt verbrauchen, beziehen Sie nicht aus dem Netz — das senkt auch Ihre gemessene Spitze, solange die Sonne scheint.
Muss ich dem Assistenten etwas über meinen Haushalt erzählen? Nein. Gespeichert wird nur, was Sie ausdrücklich speichern lassen. Ohne Angaben fragt der Assistent eben nach, wenn er etwas wissen muss.
Probieren Sie es aus
Fragen Sie den Assistenten nach Ihrer Lastspitze, Ihrem Anteil aus der Gemeinschaft oder Ihren Netzkosten 2027. Je länger Sie dabei sind, desto mehr Monate kann er auswerten.
Ihre Rückmeldung hilft uns, den Assistenten besser zu machen. Neben „Senden“ finden Sie dafür den Stern (Feedback): Sie vergeben ein bis fünf Sterne, schreiben auf Wunsch eine Nachricht und können — wenn Sie möchten — anonym bleiben oder den Verlauf der Unterhaltung anhängen. Haben Sie Fragen oder Ideen, was der Assistent noch können sollte? Schreiben Sie uns.




